Bericht: Die Konferenz »Inside Iran« in Berlin

Verbot der Reformerzeitung Etemad wegen „Beleidigung von Amtsträgern“

Neue Frauenwaggons in der Teheraner U-Bahn

Das Tauziehen um die Wasserpfeife

Fotobericht: Rehe im Wald von Qoroq in Gilan (Kaspisches Meer)

Verbot der Reformerzeitung Etemad (Nikahang Kowsar)

Politik und Wirtschaft 

USA planen Sanktionen gegen petrochemische Industrie der Islamischen Republik  

Militärmanöver gestartet: Islamische Republik probt für einen Krieg

Islamische Republik kündigt Boykott der Verhandlungen über kernwaffenfreien Nahost an

Aufstand in Syrien: Granatenanschlag auf Assads Regierungspartei

Explosion bei Malard: Experte der Revolutionsgarden angeblich bei Test von Interkontinentalraketen getötet

Khameneis Stellvertreter befiehlt Revolutionsgarden und Bassidji: Tötet die Protestler!  

Ahmadinedjads Berater warnt den Informationsminister

Politikersohn Ahmad Rezaei: Verwirrung in einem brisanten Todesfall

Teheraner Polizei lässt Internetcafés schließen

Profite aus unterschiedlichen Dollar-Umtauschkursen bei 3,7 Milliarden Dollar (FA)

Mahnwache in Frankfurt (19.11.2011)

Menschenrechte

Zivilagenten eröffnen das Feuer auf zwei Gonabadi-Derwische

Journalist und Menschenrechtler Davood Khodakarami in Zanjan verhaftet (FA)

Inhaftierter Journalist Mehdi Mahmoudian wird nach neunmonatiger Wartezeit operiert

Studentenaktivisten Behrooz Faridi, Arash und Siavash Mohammadi ins Zentralgefängnis von Tabris verlegt (FA)

Inhaftierter Anwalt Soltani weist Vorwürfe des iranischen Menschenrechtsrates zurück

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Reporter ohne Grenzen verurteilen Verfolgung von Journalisten in Iran

Einladung: Lichterkette für Pastor Nadarkhani am 26.11.2011 in Hamburg

Weder Religion noch Opium – Crystal ist die neue Droge des Volkes

Islamische Republik hebt Verbot von Wasserpfeifen in Teehäusern auf

Brite Dylan Harris organisiert erstes Golf-Turnier in Iran

Literatur in Iran: Gegen die Zensur anschreiben

Die kosmischen Glasintarsien der Monir Farmanfarmaian

Irans Atomprogramm (NIkahang Kowsar)

Politik und Wirtschaft

Atomenergiebehörde will Inspektoren nach Iran schicken

EU-Parlament prangert Menschenrechtsverletzungen in Iran an

Aufstand in Syrien: Türkei plant Sanktionen gegen Assad-Regime

Schlimmster Albtraum der Islamischen Republik wäre eine friedliche Revolution

Khameneis Stellvertreter bei den Revolutionsgarden erklärt Wahlprotestler für vogelfrei (FA)

Revolutionsgarden kontrollieren iranischen Drogenhandel

Bankenskandal: Namen von 10 beteiligten Abgeordneten sollten veröffentlicht werden (FA)

Zahl der Toten bei Explosion von Waffendepot bei Malard auf 36 gestiegen

Politikersohn Ahmad Rezaei angeblich durch Überdosis an Medikamenten gestorben

Bombenanschlag auf iranischen Pilgerbus in Baghdad 

Iranische Währung auf neuem Rekordtief

Occupy Wall Street: Free Hossein Ronaghi Maleki

Menschenrechte

UN-Berichterstatter Shaheed: Menschenrechtsakte der Islamischen Republik könnte beim Sicherheitsrat landen 

Leitender Reformpolitiker Masoud Sepehr in Schiras verhaftet (FA)

Anwalt Soltani erhebt Anklage gegen Larijanis falsche Terroranschuldigungen

Ausgepeitscht und gefoltert – Hilfe für Hadi Abdullahian

50 Jahre Amnesty International: „Kein Mensch hat das Recht, über Leben oder Tod zu entscheiden“

Wie die Islamische Republik mit religiösen Minderheiten umgeht


Als am vergangenen Samstag im Großraum Teheran die Fensterscheiben klirrten, glaubten die Bewohner der Hauptstadt zunächst, es handele sich um ein Erdbeben oder sogar einen militärischen Angriff. Tatsächlich war aber „nur“ ein rund 40 km westlich gelegenes Waffendepot explodiert, gut sichtbar an der kilometerweit sich auftürmenden Rauchsäule.

Die Berichterstattung über diese Explosion verrät viel über die Nervosität und chaotische Lage der Islamischen Republik, besonders nach Veröffentlichung des IAEA-Berichts zum iranischen Atomwaffenprogramm und den Kriegsdrohungen Israels.

Ersten Meldungen iranischer Websites zufolge waren ein Flüssiggaslager bzw. eine Milchfabrik betroffen. Wenig später aber stellte Fars News klar, die Explosion habe sich bei Transportarbeiten in einem Munitionsdepot der IRGC nahe Malard ereignet. Das Organ der Revolutionsgarden sprach von einem Unfall und bestritt prompt jeglichen Zusammenhang mit einem Nukleartest. Sämtliche iranische Medien haben seither einen Sabotageakt ausgeschlossen. Der Journalist Hassan Fathi, der diese Option gegenüber BBC Persian erwähnt hatte, wurde umgehend verhaftet.

Anfangs hatte die Abgeordnete Fatemeh Alia, zugleich Mitglied des Nationalen Sicherheitsrats, noch erklärt, es habe keinerlei Opfer gegeben. Als sich auch dies als Falschmeldung erwies, rückten die Revolutionsgarden mit den Opferzahlen heraus: Zunächst 15, dann 27, und schließlich doch nur 17 Tote und 16 Verletzte – angeblich wegen einer unleserlichen Faxnachricht. Die Meldung von bis zu 40 Toten wurde nicht bestätigt.

Abgesehen von den widersprüchlichen Opferzahlen herrscht weiter Unklarheit über die Anzahl der Explosionen (der Abgeordnete Hossein Garroussi hatte zwei gemeldet), und über die Art des betroffenen Militärstützpunkts. Laut Rooz Online besteht dieser aus einer Raketenbasis mit angrenzendem Trainingszentrum für Wehrpflichtige. Da zu den Toten auch General Hassan Moghaddam, ein ranghoher Raketenexperte der Revolutionsgarden, zählt, dürfte es sich in Wahrheit um einen Stützpunkt für Mittelstreckenraketen vom Typ Shahab handeln.

Es fragt sich natürlich, weshalb ein ranghoher General routinemäßige Transportarbeiten beaufsichtigte und dabei so kläglich versagte, aber damit sind noch alle Aspekte dieser Katastrophe beleuchtet. Am Sonntag wurde der Sohn des ehemaligen Revolutionsgardisten und Präsidentschaftskandidaten Mohsen Rezaie unter ungeklärten Umständen tot in einem Hotelzimmer in Dubai aufgefunden.

Mohsen und Ahmad Rezaie

Der Revolutionsgardist gilt als entschiedener Gegner Ahmadinedjads, sein Sohn hatte 1998 nach der Flucht in die USA zum Sturz der Islamischen Republik aufgerufen, durfte aber später wieder nach Iran zurückkehren. Rezaies Website Tabnak bezeichnet diesen Todesfall nicht nur als „mysteriös“, sondern verbindet ihn direkt mit den 17 „Märtyrern“ der Explosion auf dem Raketenstützpunkt.

In welcher Beziehung stand General Moghaddam zu Mohsen Rezaie? War sein Tod am Ende doch kein „Unfall bei Transportarbeiten“, sondern das Ergebnis gezielter Sabotage einer feindlichen Gruppierung innerhalb der Revolutionsgarden? Oder war dieser „Unfall“ ein willkommener Vorwand für die Schergen Ahmadinedjads, den Sohn eines verhassten Gegners aus dem Weg zu räumen?

Nachtrag: Ein Informant der Revolutionsgarden berichtet von mindestens 100 Vermissten, die wegen der Wucht der Explosion noch nicht identifiziert werden konnten. Außerdem sei die Detonation nicht durch Munitionstransporte, sondern durch entzündeten Festtreibstoff (zum Antrieb von Raketen) verursacht.

Update vom 16. November: Der regimekritischen Website Digarban zufolge ist die Anzahl der Opfer inzwischen auf 36 Personen gestiegen, basierend auf offiziellen Namenslisten regimetreuer Medien wie IRNA, Fars News und Mehr News.