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Worldcup in Teheran: Iran Weltmeister im Freistil-Ringen

Oscar für „Argo“: Islamische Republik verärgert über Michelle Obama

Fars News rettet den Oscar vor Michelle Obamas nackten Schultern

Ausstellung des Kyros-Zylinders auf Tour in den USA

mahvari - kham va an haar

Khamenei warnt vor räudigem Mahmoud (E. Mahvari)

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Iranische Parlamentarier: Westen soll bei Atomverhandlungen umlenken

Besuch in der Türkei: Merkel warnt Syrien und kritisiert Russland und China

Syrien: Rebellen misstrauen Assads Gesprächsangebot

Die Verbündeten Irans im Nahen Osten: Ein verlorener Kampf

Live-Interview mit Ahmadinedjad wegen scharfen Fragen abgebrochen – Video hier

Ahmadinedschad gibt Wirtschaftsprobleme in Iran zu

Irans Parlament beschließt Lebensmittelhilfe für bedürftige Familien

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Iran: Doch keine ausländische Drohne erbeutet

Trotz Sanktionen: Iran setzt weiter auf Erdölbranche

Ölpreise kaum verändert – Italien-Wahl und Iran-Gespräche im Fokus

demo für nasrin in den haag, feb 2013

Mahnwache für Nasrin Sotoudeh, Den Haag, Februar 2013

Menschenrechte

Verhaftungen und Anklagen gegen regimekritischen Blogger Mehdi Khazali

Zwei weitere Journalistinnen auf Kaution freigelassen: Emily Amrayi und Narges Joudaki

Empörung im Irak über Festnahme des kritischen irakischen Kleriker Ahmad Qabanji

Tödliche Arbeitsunfälle in Iran um 14 Prozent gestiegen

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Wer ist der größte Feind der Islamischen Republik? USA? Israel? Der böse Westen? Von wegen! 

Wer dieser Tage die iranischen Online-Medien liest, stellt verwundert fest, dass Gallus gallus domesticus, besser bekannt als das gemeine Haushuhn, sich inzwischen zu einer ebenso großen Bedrohung des Gottesstaates gemausert hat. Wie ließe es sich anders erklären, wenn Irans Polizeichef vor der Darstellung einer Hühnermahlzeit im Staatsfernsehen warnt. Ahmadi Moghaddam wörtlich: „In den Filmen sieht man, wie Hühner gegessen werden, die sich manche eventuell nicht leisten können. Angesichts dieser Klassenunterschiede könnten die Betroffenen zum Messer greifen und sich ihr Recht mit Gewalt von den Reichen holen.“

Interessanterweise gesteht der oberste Sicherheitshüter nicht nur die Existenz von Armut, deren Beseitigung eine der wichtigsten Parolen der Islamischen Revolution war. Er bezeichnet dieses Grundnahrungsmittel außerdem als Leibspeise der Wohlhabenden. Tatsächlich sind die Geflügelpreise in Iran in den letzten Wochen rasant gestiegen. Wie Khabar Online berichtet, kostet ein Kilo Hühnerbrust inzwischen stolze 14.000 Toman, also rund 9 Euro. 

Entsprechend groß war der Run auf staatlich subventioniertes Geflügel. Das folgende Foto stammt nicht aus Burkina Faso, sondern zeigt die Warteschlangen vor einer Ausgabestelle in Teheran.

Der Spott der Iraner im In- und Ausland hat nicht lange auf sich warten lassen. In dieser schönen Animation von Green Art verkündet der Oberste Führer Khamenei: „Ich habe euch die Atombombe gebracht und das Huhn vom Teller genommen!“


Sogar Fars, Sprachrohr der allmächtigen Revolutionsgarden, muckt auf und verbannt das Huhn als bedrohte Tierart in den Zoo: „Mein Junge, damals, als wir reich waren, haben wir so etwas gegessen.“

Dieser Hahn wiederum feiert angesichts der hohen Preise vergnügt seine frisch gewonnene Unabhängigkeit …

In satirischer Anspielung auf die jüngste Währungskrise und den Vorverkauf der heiß begehrten Goldmünzen kündigt die Website Etedaal den Vorverkauf von Hühnern durch die iranische Zentralbank an.

Die rasante Teuerung von Geflügel lässt sich allerdings ebenso wenig durch westliche Sanktionen begründen. Allein die Öleinnahmen der Islamischen Republik beliefen sich 2011 auf rund 115 Milliarden Dollar. Das ergibt ein BIP von rund 1850 Dollar pro Einwohner. Bei seinem Amtsantritt 2005 hatte Ahmadinedjad der Unterschicht versprochen, dass sich „das Ölgeld auf ihren Esstischen zeigt“. Angesichts des Kursverfalls der iranischen Währung und der galoppierenden Inflation können die Iraner froh sein, wenn der Wahlfälscher von 2009 ihnen nach dem Hühnerfleisch nicht auch noch das Brot vom Teller nimmt.


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Seit gestern kursiert die Nachricht vom religiös begründeten Todesurteil gegen den 31jährigen Rapper Shahin Najafi, der seit 2005 im Kölner Exil lebt, auch in deutschen Medien. Anlass ist Najafis neuester Song „Naghi“, mit dem er insbesondere den religiösen Aberglauben geißelt, den das islamische Regime seit der Machtübernahme Ahmadinedjads verbreitet. In dem Text, der sich an den 10. Imam der Schiiten richtet, geht es nicht nur um Islamkritik oder die in Iran überaus beliebten Nasenoperationen, wie schon ARD-Korrespondent Reinhard Baumgarten aus Teheran berichtet hat. Najafi nimmt außerdem die jüngsten politischen Skandale und gesellschaftlichen Ereignisse des Landes aufs Korn.

Video mit englischer Übersetzung 

„O Naghi, komm doch und erlöse uns in unserem Leichentuch (Märtyrergewand), weil der Mahdi schläft.“ Mit diesem Refrain mokiert sich der Kölner Rapper über die Propaganda für den Mahdi, den verschwundenen 12. Imam, mit dessen Wiederkehr das Regime der Bevölkerung das Heil auf Erden verspricht. Die Liste der Übel ist lang, wird aber oft nur mit ein, zwei Worten angedeutet, die sich vor allem iranischen Zuhörern erschließen. Sie reicht von der Vergewaltigung männlicher Demonstranten im Gefängnis, die nach Protesten gegen die gefälschte Präsidentschaftswahl von 2009 verhaftet wurden, bis zum milliardenschweren Bankenskandal vom vergangenen Herbst, in den amtierende Minister und prominente Abgeordnete verwickelt sein sollen. Zu den erwähnten Absurditäten zählen die Pappfigur des verstorbenen Revolutionsführers Khomeini, die bei den Jubelfeiern zum 33. Jahrestag der Islamischen Republik präsentiert wurde, oder die Mär, dass der amtierende Führer Khamenei schon bei seiner Geburt sprechen konnte.

Khomeinis Wiederkehr (Foto: Ruhollah Yazdani / AFP / Getty Images)

Zur Sprache kommen aber auch soziale Missstände oder allgemeine Unsitten, wie der grassierende iranische Nationalismus und das Lob auf die arische Rasse, das sich keineswegs gegen Juden, sondern gegen die Araber aus den Emiraten richtet, die Besitzansprüche auf die iranische Insel Abu Musa im Persischen Golf erheben.

Ebenso wenig bleibt die Opposition im In- und Ausland verschont. „Wie hießen nochmal die Führer der Grünen Bewegung“, fragt Najafi in Anspielung auf Mirhossein Moussavi, Zahra Rahnavard und Mehdi Karroubi, die seit 15 Monaten ohne Kontakt zur Außenwelt unter Hausarrest stehen, und beklagt sich anschließend über die mumifizierten Dissidenten im Exil.

Der Rapper hat inzwischen alle Vorwürfe, mit seinem Song die schiitischen Imame beleidigen zu wollen, unter Hinweis auf künstlerische Freiheiten zurückgewiesen. Im Interview mit Radio Farda (Prag) erklärt er, die kürzlich erfolgte Propagierung des Imams Naghi habe ihn zu diesem humorvollen Song veranlasst. Außerdem bemängelt er den Dogmatismus im Islam, der jegliche Auseinandersetzung mit den Heiligen auf Lobpreisung reduziert und die Entfaltung der Künste in Iran seit je her behindert hat. Das auf ihn ausgesetzte Kopfgeld wegen „Gotteslästerung“ sei brutal und politisch bedingt, zumal die Fatwa von Ayatollah Safi Golpayegani sich nicht explizit gegen ihn richte.

Tatsächlich wurde die angebliche „Todes-Fatwa“ vor 18 Tagen veröffentlicht, während der Song erst seit vorgestern im Netz kursiert. Offensichtlich haben die Revolutionsgarden das allgemein gehaltene Dekret des Geistlichen aus Qom nachträglich zur Verleumdung des beliebten Sängers umfunktioniert, wie die regimekritische Website Digarban und BBC Persian übereinstimmend berichten.

Shahin Najafis offizielle Homepage wurde zwar gehackt, von seinen Fans aber unter dieser neuen Adresse wieder ins Netz gestellt. Der Aufruf zu seiner Ermordung durch Fars News und andere iranische Staatsmedien ist nicht folgenlos geblieben – mittlerweile hat die Kölner Polizei Schutzmaßnahmen für Najafi verfügt.


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