Aftabeh

Kannenförmiges Gefäß, vorzugsweise aus Kunststoff, zur feuchten Reinigung des oberen Teils der unteren Körperhälfte nach Besuch eines gewissen Örtchens. Iraner im Exil behelfen sich normalerweise mit Gießkannen. Für die anschließende Sauerei im Bad gibt es allerdings noch keine Lösung.

Der Oberste Führer Khamenei hatte 2012/2013 zum Jahr der „Nationalen Produktion“ ernannt, unter anderem für dieses unentbehrliche Gerät.

mahvari kham va toulid melli 91

Chaghale Badom

Unreife Mandeln, die man ungeschält mit Salz isst. Das islamische Regime wollte ihren Verzehr aufgrund der politisch bedenklichen Farbe verbieten, hat dann aber darauf verzichtet – Chaghale Badom sind nur zu Frühlingsbeginn erhältlich.

chaghale badom 2

Ghormeh Sabzi

Persischer Lammfleisch-Eintopf mit Bohnen und Kräutern (Rezept) – hier die patriotische Variante.

ghormehsabzi2007

Hedschab, Hijab

Spezielles Tuch zur Verhüllung gefährlicher, weil verführerischer weiblicher Körperpartien und -zonen. In der Ganzkörpervariante als Tschador…

Frauen-Fußballteam von Qom

Frauen-Fußballteam der heiligen Stadt Qom

Oder hier als Kopftuch

fligzeug mit hijab

Improvisation

Nicht nur aufgrund der Sanktionen erforderlich, auch andersartige Probleme werden so in Iran mühelos gemeistert. Im Falle der Sanktionen nennt sich das „khod-kafayi“ (Autarkie), andernfalls ist es ein Beweis iranischer Genialität.

tahrim

iran genius

Jamkaran, Dschamkaran

Der Brunnen von Jamkaran gilt als derzeitiger Wohnsitz des Mahdi, dem 12. Imam der Schiiten. Laut Überlieferung wird der Verborgene Imam zurückkehren, wenn die Welt voller Ungerechtigkeit ist und die Sünde keine Grenzen mehr kennt. Während Ahmadinedjad energisch an der Erfüllung dieser Bedingungen arbeitet, ließ Khamenei kürzlich verbreiten, er sei dem Mahdi persönlich begegnet. Gewöhnliche iranische Pilger müssen hingegen Briefe in ein Erdloch werfen, um seinen Segen zu erbitten.

Verborgener Imam in Jamkaran: Nehme nur Dollar! (Towfigh)

Lawaschak

Schmackhafte süß-saure Blättchen oder Röllchen, meist aus gepresstem Zwetschgen- oder Pflaumenbrei. Dieser Mann bietet selbstgemachtes Lawaschak in Kan (nördlich von Teheran) zum Verkauf an. Quelle: Amir’s Photoblog 

Lawaschak

Sundis

Beliebtes Erfrischungsgetränk in vielen Geschmacksrichtungen. Wurde seit Juni 2009 verstärkt an die Handlanger nach Geschmack der regierenden Mullahs verteilt. Diese sogenannten „Sandis-khor“ verschafften dafür den Anhängern der Grünen Bewegung, die gegen die gefälschte Präsidentschaftswahl protestierten, den Genuss von Knüppeln, Tränengas und Patronen.

sandis velatyat done

Taarof

Für Ausländer (Nicht-Iraner) weitgehend unverständliche und umständliche Höflichkeitsrituale. Statt langatmiger Erklärungen ein Beispiel:

Warum kommen die Iraner nicht in den Himmel?
Weil sie vor dem Eingang stehen und sagen, „Nein, bitte Sie zuerst!“

Tahdig

Reiskruste. Für deutsche Köche ein Mißgeschick, in Iran eine heißbegehrte Spezialität.

Tahdig

An dieser Stelle müssen wir leider Schluss machen, weil unsere Redaktionskatze Aryobarzan III den Terminal blockiert…

gute nacht-katze

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Iran: Statement of the Mothers of Laleh Park for International Women’s Day (Farsi)

Mourning Mothers of Laleh Park

Mourning Mothers of Laleh Park

A Brief History of Women’s Movements in Iran 1850 – 2001

United4Iran calls on Iranian authorities to put an end to their systematic assault on women’s rights

female prisoners 8 March 2013 (2)

Afghan Women Call for Solidarity – Women’s Day 2013

Afghanistan Marks International Women’s Day Amid Criticism

afghan womans-day

Afghanistan marks Women’s Day with film festival

Women in Afghanistan: In Prison for Being Raped

Afghanistan_Frauen_Selbstjustiz

Afghanistan: Woman protesting against victimisation by judiciary

Facebook Campaign: Unveil Women’s Right to Unveil

8 march 2013 poster

Interactive Map: Women’s political rights around the world

Hamburg

8 märz poster hh 2013

Bayern / Bavaria

8 März DGB Bayern

Toronto

toronto 8 march 2013 poster


Anfang Juli 2012 starteten iranische Aktivisten auf Facebook “No to Mandatory Hijab”, eine neue Kampagne gegen die Zwangsverschleierung in der Islamischen Republik. Obwohl das islamistische Regime seit 33 Jahren darum kämpft, iranische Frauen und Mädchen zu „guten Musliminnen“ zu erziehen, zeugen die alljährlichen Razzien der berüchtigten Gasht-e Ershad vom Scheitern dieses Projekts. Besonders zu Beginn der Sommerzeit schwärmen die Brigaden der Moralpolizei in Teheran und anderen iranischen Großstädten aus, um der unzüchtigen Entblößung des Kopfhaars oder allzu auffälligem Makeup Einhalt zu gebieten.

Solche Razzien richten sich beileibe nicht nur gegen Frauen, auch Männer müssen sich wegen „unislamischer Frisuren“ verantworten. Ebenso verpönt und strafbar sind andere Auswüchse der „vulgären westlichen Kultur“ wie Halsketten und Herrenshorts.

All das, insbesondere die vollständige Bedeckung des weiblichen Körpers, ist nirgendwo im Koran vorgeschrieben. Dort steht nur, dass Frauen sich bedeckt halten sollten. Natürlich scheren solche Feinheiten die schiitischen Mullahs nicht, schließlich beziehen sie ihre politische Legitimation und ihren Anspruch auf die Weltherrschaft über die Muslime, inklusive der sunnitischen Mehrheit, aus dieser fundamentalistischen Lesart des Koran.

Als besonders heftiger Verfechter der Zwangsverschleierung gilt der Abgeordnete Ali Motahari. Erst kürzlich attackierte der Hardliner Ahmadinedjads laschen Umgang mit den Moralgesetzen und schlug ihm vor, in Iran Cabarets zu errichten. Das Mitglied der parlamentarischen Kulturkommission (unten rechts) beschwört seit Jahren „die Ideale der Islamischen Revolution“ und warnt vor ihrem Untergang.

Kulturkommission des Parlaments

Indes verzeichnet die Facebook-Kampagne gegen den Hidjab immer größeren Zulauf. Prominente Künstler, Wissenschaftler und Journalisten, aber auch gemäßigte Politiker, Geistliche und Studenten beiderlei Geschlechts bekennen im In- und Ausland plakativ ihre Unterstützung, wie zum Beispiel der beliebte Satiriker Alireza Rezaie aus dem Pariser Exil.

Der enorme Zuspruch für diese Aktion, wegen der allmächtigen Zensur bisher nur im Cyberspace, hat auch gemäßigtere Geistliche in Iran aufgerüttelt. Angesichts der vorwiegend jungen, progressiven Bevölkerung des Landes verurteilte der Mohammad Ali Ayazi die harsche Verfolgung und erklärte, das Tragen eines Kopftuchs sei Privatsache. Der Staat dürfe keine Strafen für Frauen vorsehen, die sich nicht entsprechend kleideten, schreibt der prominente Theologielehrer: „Dazu gibt es keine religiöse Legitimation.“ Inzwischen hat sogar Naeimeh Eshraghi, Enkelin des Revolutionsführers Khomeini, die Zwangsverschleierung kritisiert. Pikanterweise behauptet sie zugleich, ihr Großvater hätte diese nie befürwortet. So unhaltbar solche Behauptungen auch sein mögen, sie beweisen doch, dass das Regime der Mullahs angesichts des wachsenden Unmuts der iranischen Bevölkerung über die permanente Bevormundung in die Defensive geraten ist.


Sorge um inhaftierte Menschenrechtsaktivistin Narges Mohammadi wächst

Kampf um die Kleiderordnung in der Islamischen Republik  

Neue Kampagne „No to Hijab“ auf Facebook

Frauenfußballteam: Kick it mit Kopftuch

Neu: Nonprofit-Programm von YouTube

Musiker Aria Saadi: Flucht aus Iran nach verhängnisvollem Gig

Politik und Wirtschaft 

Drohung aus Teheran: Urananreicherung auf 56 Prozent

Israel fürchtet „Jubiläums-Anschlag“ während Olympia

Islamische Republik – Herrschaft oder Bombe

Syrien: Schwere Kämpfe in Damaskus und Aleppo

Aufstand in Syrien: Ein Land auf der Flucht

Außenminister Salehi: Verhältnisse in Damaskus „normal“

Hochrangiger IRGC-Kommandeur: Khamenei wird vor Sanktionen nicht kapitulieren

Konservativer Abgeordneter bekennt Prozesse gegen mehr als 100 Reformer nach Protesten von 2009

Kritik am Arbeitsminister: Iranische Jugend ist arbeitslos, Jobs gehen an pensionierte Militärs (FA)

Irans Bemühungen zur Abfederung der Sanktionen

Ahmadinedjads Regierung privatisiert 18 weitere Stromkraftwerke

Bruder von Quds-Kommandeur Ghassem Soleimani angeblich wegen Unterschlagung verhaftet (FA)

Teheran führt abgestufte Wechselkurse für Importe ein

Energy Globe unterstützt Iran bei Ausstieg aus Atomenergie

Mahnwache in Oslo, Juli 2012

Menschenrechte 

Inhaftierter Journalist Mohammad Seddigh Kaboudvand nach 56-tägigem Hungerstreik in Klinik eingeliefert (FA)

Oberstes Gericht annulliert Todesstrafe gegen Amir Mirzaei Hekmati

Vier Teilnehmer an den Protesten nach der Wahl treten Haftstrafen an

Bahai IT-Spezialist Aziz Samandari tritt 5jährige Haftstrafe an 


Shirin Ebadi: Menschenrechtsanwälte werden zu Falschaussagen gezwungen

Knast für Soltani: Nürnberg macht Druck auf Iran

Parlamentswahl in Iran entzweit Reformbewegung

Wütende Reaktionen auf Khatamis Stimmabgabe und Erklärungsversuche

Iranisches nationales Internet ein „chinesisches Imitat“

Achtung: Twittersturm für Mehdi Khazali am Mittwoch, 8. März

Noch ein Plagiat: FDP-Abgeordneter Bijan Djir-Sarai verliert Doktortitel

Schatten des Zweifels und der Hoffnung: Farben in der iranischen Kultur

Fotobericht: An den Stränden von Bandar Abbas

Obama zu Khamenei: Mit dieser gefälschten Legitimation kannst du das Wahlproblem nicht lösen (Nikahang Kowsar)

Politik und Wirtschaft

Irans Nuklearprogramm: Diplomat Obama, Falke Netanjahu

Möglicher Präventivschlag? Netanjahu und Obama treffen zusammen (Zeitung kontert Protestnote der IR mit Hinweis auf 600 Hinrichtungen in 2011)

Erdogan reist nach Seouler Atomkonferenz in die Islamische Republik  

Syrien: Flüchtlinge schildern Kriegsverbrechen in Homs

Protest nach Präsidentenwahl: Polizei nimmt prominente Putin-Gegner fest

Ahmadinedjad wird seine restliche Amtszeit am Abstellgleis regieren

Endergebnisse der Parlamentswahlen veröffentlicht

Kopf des Tages: Haddad-Adel, Wahlsieger in Teheran

Brent-Ölpreis fällt am Montag auf 123,5 USD je Barrel

Iran erwägt Öllieferungen an Belgien, Tschechien und die Niederlande zu stoppen

Indien plant Halbierung der Ölimporte aus Iran

Arbeitslosigkeit in Iran auf 31 Prozent gestiegen


Menschenrechte

Angeblicher CIA-Spion: Iran hebt Todesurteil gegen US-Staatsbürger auf

Mehdi Khazali verweigert Getränke am 57. Tag seines Hungerstreiks

Iranische Studentinnen wegen Verletzung des Hidjab suspendiert

Sigheh: Ehen auf Zeit müssen weiterhin nicht registriert werden