Am Montag hat sich die Islamische Republik auf Vermittlung der Türkei und Brasiliens zu einem Uran-Austausch außerhalb des eigenen Staatsgebiets bereit erklärt. Mit dieser Vereinbarung gibt Iran eine wesentliche Vorbedingung auf, hatte doch das Regime auf einem Austausch im Inland bestanden. Das Abkommen sieht vor, binnen eines Monats 1200 Kilogramm von leicht angereichertem Uran in die Türkei zu bringen. Dafür soll Iran bis spätestens in einem Jahr 120 Kilogramm Brennstoff für einen Forschungsreaktor in Teheran bekommen.

Die Forderungen der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA und des UN-Sicherheitsrats (5+1) sind damit allerdings nicht erfüllt: Die Islamische Republik ist weiterhin nicht bereit, ihre Atomanlagen gemäß dem NPT (Non Proliferation Treaty) kontrollieren zu lassen. Außerdem beharrt das Regime im Widerspruch zur UN-Resolution weiter auf der Anreicherung von Uran im Inland, mit dessen Hilfe es zum Bau einer Atombombe (bei entsprechender Anreicherung des Urans auf 90 Prozent, sogenanntes HEU) imstande wäre. Angesichts wiederholter Drohungen Ahmadinedjads, „Israel von der Landkarte zu tilgen“, bleibt zu hoffen, dass die internationale Weltgemeinschaft auf der Umsetzung ihrer Forderungen beharrt.

Dadurch könnte auch eine verhängnisvolle nukleare Aufrüstung des Nahen Ostens zumindest vorläufig verhindert werden.

Uran-Anreicherungsanlage in Natans (Zentral-Iran)

Im Folgenden eine Auswahl von Reaktionen iranischer und westlicher Experten und Kommentatoren

Muhammad Sahimi von Tehran Bureau lobt das Abkommen

Selbiges gilt für Gary Sick, der die USA zur Annahme drängt

Laura Rozen hat ihre Zweifel: Ist der Uran-Tausch wirklich ein Durchbruch?

Ebenso wie Der Spiegel: Experten zweifeln an Irans Atomschwur

Oder die FAZ: Luftnummer in Teheran

Skepsis auch bei den USA und Russland

Die Vereinten Nationen sprechen weiterhin von Sanktionen

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