Islamische Republik: Kurzer Traum vom filterfreien Netz

Zwangspensionierte Professoren kehren an Allameh Universität zurück (FA)

Frankfurt am Main: Kinderfilmfestival Lucas zeigt 45 Filme aus 22 Ländern

Literatur: Salman Rushdie und das F-Wort

Militärwirtschaft

Islamische Republik: Wirtschaft der Revolutionsgarden

Politik und Wirtschaft 

Atomstreit: Irans Außenminister Zarif erwartet positive Gespräche

Uno-Bericht zu Giftgas in Syrien: „Schüttelkrämpfe, Vernichtungsgefühl, Bewusstlosigkeit“

Luftkampf: Türkische Jets schießen syrischen Hubschrauber ab

Abkommen über Syriens Chemiewaffen: Signale an Teheran

„Zufälliges“ Treffen von Obama und Rouhani im UN-Sicherheitsrat möglich?

Präsident Rouhani würde neuen syrischen Führer akzeptieren

Khamenei vor Revolutionsgarden: Lehne Diplomatie und Flexibilität nicht ab

Rouhani für Zusammenarbeit mit Revolutionsgarde

Ehemaliger IRGC-Kommandeur: Unterstützung Assads schafft anti-iranische Stimmung unter Moslems

Korruption: 900 Milliarden Tuman Versicherungsbeiträge von Arbeitern fehlen im Sozialfonds (FA)

150 Cholerafälle in Sistan und Baluchistan registriert (FA) 

stop execution sunnis

Menschenrechte 

Vier sunnitischen Häftlingen droht die Hinrichtung

Familie von Protestopfer Mohsen Rouholamini lässt Kahrizak-Richter vorladen (FA)

Iran: Religiöse Verfolgung muslimischer Derwische

Politische Gefangene Khosrow und Masoud Kordpour von 2 Hauptanklagen freigesprochen (FA)

Grüne Bewegung: Aktivist Omid Shah-Moradi tritt Haftstrafe an

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Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh wieder im Gefängnis von Evin

Internetzensur: Islamisches Regime vergibt Mailadressen an alle Iraner

Rushdie liest aus seinem Leben mit der Fatwa, ohne Personenschutz

Sänger Shahin Najafi: „Mein Leben besteht nicht aus Feinden“

Ausstellung im Museum Bärengasse, Zürich: Sanaz Mazinani, Forever in the Sky – Werke der Künstlerin hier

Kowsar - Kham und Rouhani

Khamenei und Rouhanis Sanduhr (Nikahang Kowsar)

Politik und Wirtschaft 

Hassan Rouhani: Präsident der sanften Veränderungen

Gewalt in Ägypten: Muslimbrüder warnen vor Bürgerkrieg wie in Syrien

Wende im Machtkampf: Sozialdemokrat al-Din soll Ägyptens Regierung führen

Syrien: Assad entlässt gesamte Führung der Baath-Partei

Bürgerkrieg: Syriens Rebellen hoffen auf neue Waffen von den Saudis

Syrien: Assad-Truppen erobern Teile von Homs

An die Unterstützer des zukünftigen Präsidenten Rouhani: Was nun?

Parlament prüft Ausweisung iranischer Bürger aus den Arabischen Emiraten

Hardliner Tavakkoli: Kahrizak-Richter Mortazavi gefährdete Integrität des Systems

Airbus von Iran Air schießt in Hamburg über Landebahn hinaus

no executions

Menschenrechte 

5 Gefangene in Qazvin hingerichtet – mehr als 60 Hinrichtungen in 3 Wochen

Iran: Gnadenlos – Ingenieur Behnam Khodadadi in Isfahan verhaftet

Politische Gefangene Basma Aljaburi begeht Selbstmord in Evin

Berichtigung: Der Fall des zur Todesstrafe verurteilten Achtjährigen


Teure Labormäuse der Medizinischen Uni Schiras von Katzen verspeist

Dementis: die steigende Macht der iranischen Internetgemeinde

HRW fordert Stopp der Verfolgung von Verwandten iranischer BBC-Journalisten

100 Teheraner Druckereien und 200 Verlage im letzten Jahr geschlossen (FA)

Salman Rushdie: „Ich bin nicht die Freiheitsstatue“

Fotobericht: Mesr-Wüste in der Dasht-e Kavir

Sanktionen gegen NIOC, Ölminister Ghassemi (N. Kowsar)

Sanktionen gegen NIOC, Ölminister Ghassemi (N. Kowsar)

Politik und Wirtschaft

Unternehmen: EU verschärft Sanktionen gegen Iran

Kanada setzt Irans Quds-Brigade auf seine Terrorliste

Iran kündigt Hilfe für Palästinenser in Syrien an

Syrische Kinder „leiden schrecklich“ – Flüchtlinge kämpfen gegen Kälte

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Wirtschaftskrise: Ahmadinedjad nimmt Revolutionsgarden ins Visier

Ahmadinedjads Ex-Stellvertreterin fordert Todesstrafe für Rafsandjanis Sohn

Iranische Opposition von Präsidentschaftswahlen ausgeschlossen

Mehr wirtschaftliche Beteiligung der Revolutionsgarden

Iranisches Statistikamt: Über 800,000 Landarbeiter verlieren Jobs unter Ahmadinedjad (FA)

sacharow-preis für nasrin und panahi

Menschenrechte

Nasrin Sotoudehs Mutter ohne Wiedersehen mit ihrer Tochter verstorben

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Würzburg: Asyl für Iraner, weil er Atheist ist

Perser, die Christen werden – Bericht der Evangelischen Kirche Rathenow 

Verhaftungen wegen Unterstützung von Auslandssendern (Nachtrag)

Iranische Gefängnisse verzeichnen jährlich 600,000 neue Insassen (FA)


Muttersprache, ein Menschen-, Kinder- und Frauenrecht

Iranische Stiftung erhöht Kopfgeld für Tötung von Salman Rushdie

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„Klagemauern für Gerechtigkeit“ – Straßenkunst, die aufrüttelt

Reformer Khatami wartet auf grünes Licht für Präsidentschaftswahl (Nikahang Kowsar)

Politik und Wirtschaft

Obama zu roter Linie für Iran: Keiner will sich Hände binden lassen

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Nach Angriff auf Vertretung im Sudan: Deutschland zieht Botschaftspersonal teilweise ab

Der Islamismus strebt nach der Weltherrschaft

Bürgerkrieg: Syrien testet Giftgaswaffen in der Wüste

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Bürgerkrieg: Irans Revolutionswächter geben Syrien-Einsatz zu

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Illegale Pipeline von Ölschmugglern am Hafen von Bandar Abbas entdeckt (FA)

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Mahnwache in Frankfurt, September 2012

Menschenrechte 

Menschenrechtsaktivist Hossein Ronaghi Maleki in Quarantäne verlegt

Bestätigt: 5 Jahre Haft und Exil für Menschenrechtsaktivisten Kouhyar Goudarzi

Letztes Kontingent der Volksmudjahedin aus Camp Ashraf umgesiedelt

Wer garantiert die Sicherheit christlicher Gefangener in Iran nach der Freilassung?

Islamische Republik veranstaltet weiter öffentliche Hinrichtungen


Shahin Najafi lässt sich offensichtlich nicht beeindrucken von Todesdrohungen aus Iran und dem Kopfgeld von 100.000 US-Dollar, das die regimenahe Website Shia Online auf ihn ausgesetzt hat. Gestern veröffentlichte er einen neuen Song aus dem Unterschlupf beim Schriftsteller Günter Wallraff. „Istadeh mordan“ (Aufrecht sterben) ist der trotzige Widerspruch des Dichters gegen die Vertreter eines radikalen Islam, der gegen Andersdenkende Hass und Mord propagiert – hier der Text auf Englisch.

Bereits im ARD-Interview hatte der Kölner Rapper erklärt, er werde sich nicht den Mund verbieten lassen, sondern weiter die Missstände in Iran anprangern, gegen die die Grüne Bewegung nach der gefälschten Präsidentschaftswahl von 2009 protestiert hatte.

Inzwischen haben 40 sogenannte „Schriftsteller“ des Religionsverlags Rah-e Nikan die Tantiemen ihrer Bücher demjenigen versprochen, der die Todes-Fatwa gegen Najafi ausführt. Interessanterweise wird er im Statement als „kolonialistischer Agent“ bezeichnet, der die „Verschwörung“ Salman Rushdies in Iran fortsetzen soll. Wegen seines Romans „Die satanischen Verse“ hatte der verstorbene Revolutionsführer Khomeini 1989 eine Todes-Fatwa gegen den britischen Autor verhängt. Offenbar sollte mit diesem Mordaufruf auch der gerade zelebrierte 23. Todestag des Imam gewürdigt werden.

In jedem Fall gehen die Diskussionen über Najafis provokativen Song „Naghi“ weiter. Das Zentralorgan der weitgehend vergessenen marxistischen Tudeh-Partei echauffiert sich über die angebliche Ruhmsucht des Rappers, der mit seinen skandalträchtigen Songs prominente iranische Sängerinnen wie Googoosh zu übertrumpfen versuche. Außerdem wird ihm vorgeworfen, mit seinem Pessimismus die Möglichkeit von politischen Veränderungen in Iran zu leugnen, welche die Grüne Bewegung repräsentiert. Abgesehen von der absichtlichen Verwechslung von Ursache und Wirkung, scheinen sich die gestrigen Genossen bei der Jugend von heute einschmeicheln zu wollen.

Eine weitaus üblichere Variante des Rapper-Bashings stammt von Abdolkarim Soroush, einem Vordenker des Islamismus iranischer Prägung. Der mittlerweile exilierte und zum Reformer mutierte Philosoph attackiert Najafi wegen seiner Verhöhnung des Islam, kritisiert aber auch die Todes-Fatwa der Mullahs als andere Seite derselben Medaille. Unter Berufung auf Kant und Hegel (ausgerechnet!) verdammt er die Islamgegner, die im Namen der Meinungsfreiheit die Religion beleidigten anstatt sich dem Aufbau des Landes zu widmen. Auch Soroush geht es nicht um den Text oder künstlerische Freiheit, sondern um die Abrechnung mit politischen Gegnern, in diesem Fall iranischen Säkularen, die die Trennung von Staat und Religion fordern. Die Kommentare sind entsprechend sarkastisch: Soroush trauere offenbar postrevolutionären „goldenen Zeiten“ nach, als Intellektuelle von iranischen Universitäten vertrieben wurden, um Pseudo-Philosophen seines Schlags Platz zu machen.

Die anhaltende Diskussion bestätigt im Wesentlichen Günter Wallraffs kluge Bemerkung, Najafi gehöre „jetzt vorrangig zu denen, die vielleicht als Beschleunigerteilchen das Ende so eines grausamen menschenrechtsverletzenden Regimes betreiben.“